Selbstverständnis

Im Massenbetrieb der Universitäten ist es nicht leicht, die Schranken der Anonymität zu durchbrechen und sich einen dauerhaften Freundeskreis zu schaffen. Dagegen setzen wir unsere Idee, neben dem Studium die eigene Persönlichkeit in einer tragfähigen Gemeinschaft weiterzuentwickeln und eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung zu pflegen.

Auf der Grundlage unserer über 135jährigen Tradition bemühen wir uns um eine lebendige Form des Christentums. Wir setzen uns reflektierend und tatkräftig mit den Problemen der Gegenwart auseinander und verbinden religiöse Vertiefung mit wissenschaftlicher Bildung und sozialem Engagement. Wir versuchen, eine Gemeinschaft zu verwirklichen, die uns offen für Geselligkeit und Freundschaft in der Gegenwart findet, uns aber auch darüber hinaus verbindet und uns Wege in die Zukunft weist.

Wer zu uns kommt, dem steht ein lebenslanger Freundschaftsbund über Generationen hinweg offen. Ein zielbewußtes, verantwortlich gestaltetes Studium soll uns auf Verantwortung im Berufsleben vorbereiten. Dazu gehört für uns der interdisziplinäre Austausch, auch mit unseren berufserfahrenen 300 Alten Herren. Wir veranstalten wissenschaftliche Vorträge und Seminare mit auswärtigen Referenten und trainieren selbst als Vortragende rhetorische Fähigkeiten. Wir pflegen traditionelles studentisches Brauchtum (Kommerse, Kneipen) und die Geselligkeit (Partys, Ausflüge). Das findet seinen Ausdruck in unserem Veranstaltungsprogramm, das Aktive und Alte Herren – in einem Lebensbund vereint – gemeinsam mit Leben erfüllen. Unser Unitas-Haus im Frauenland in Würzburg bietet acht Studentenzimmer, einen gemütlichen Kneipsaal, einen sonnigen Wintergarten und eine urige Kellerbar.

Seit Gründung des ersten Unitas-Vereins in Bonn im Jahre 1847 hat die Idee der Unitas mit ihren Prinzipien bis auf den heutigen Tag nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Zum Unitas-Verband gehören ca. 40 Wissenschaftliche Katholische Studentenvereine in ganz Deutschland mit 500 Studenten und 6.000 Alten Herren, unter ihnen die Erzbischöfe von Bamberg und München, Ludwig Schick und Reinhard Kardinal Marx, der emeritierte Bischof von Speyer, Anton Schlembach, und Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein. Weitere bekannte Unitarier waren Bundesminister Heinrich Krone, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Karl Fürst zu Löwenstein, der Sozialreformer Franz Hitze, der renommierte Neutestamentler Rudolf Schnackenburg und der französische Ministerpräsident Robert Schuman, einer der Väter der EU. Die Gestapo verbot die Unitas 1938 als „staatsfeindliche Organisation“. Viele Bundesbrüder wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, darunter der seliggesprochene Martyrerpriester Georg Häfner (+ Dachau 1942). Ihre Haltung ist uns Verpflichtung zum Leben nach dem eigenen Gewissen. Der Wahlspruch „Veritati et Caritati“ von Bundesbruder Adolf Kardinal Bertram faßt dies gut zusammen: „Die Wahrheit in Liebe tun“.